Wertschöpfungskette Kaffee

    • Ökologische
      Indikatoren
    • Emissionen, Abwässer und Abfälle
    • Ressourcenverbrauch

      Ein weiteres Risiko liegt im hohen Verbrauch von Ressourcen, vor allem Wasser. Kaffeeanbau verstärkt in wasserarmen oder klimatisch belasteten Regionen den lokalen Wasserstress. Zusätzlich belasten wasserintensive Prozesse der Primärverarbeitung, insbesondere die nasse Aufbereitung, die Umwelt durch hohen Wasserverbrauch und Abwasser. n Äthiopien bspw. zeigt sich eine Verlagerung geeigneter Flächen aufgrund von steigenden Temperaturen, veränderten Niederschlägen, Post-Harvest-Verlusten und Extremwetter.

    • Biodiversität

      Ein wesentliches Umweltrisiko besteht in der Umwandlung natürlicher oder naturnaher Flächen in landwirtschaftliche Nutzflächen. Der Verlust dieser Wälder zerstört Lebensräume und verringert die Biodiversität. Besonders problematisch ist dies dort, wo der Kaffeeanbau durch konventionelle Intensivierung mit einem erhöhten Einsatz von Agrochemikalien verbunden ist.
      Neben dem unmittelbaren Verlust von Waldflächen umfasst das Risikofeld die nachgelagerten Auswirkungen auf Ökosysteme, Artenvielfalt, Klima und menschliche Gesundheit.

    • Transportemissionen
    • Tierschutz
    • Menschenrechte
    • Diskriminierung
    • Interessen der lokalen Bevölkerung

      Wer die Interessen der lokalen Bevölkerung in den Blick nimmt, erkennt ein grundlegendes Risiko: Kleinbäuerliche Strukturen, Preisschwankungen und ungleiche Verhandlungen zwischen Produzenten und Händlern schaffen ein strukturelles Problem, das weitere Risiken nach sich zieht. Kurz gesagt: Sinkt das Einkommen, wächst der Anreiz für Entwaldung, chemische Intensivierung sowie informelle Arbeits- und Qualitätsprobleme.

    • Kinderarbeit

      Neben Zwangsarbeit kommt es in Lieferketten oft auch zu Kinderarbeit. Armut und fehlender sozialer Basisschutz treiben Kinder dazu, vor allem in den ersten Stufen der Lieferkette unangemessene Arbeiten zu übernehmen. Dabei riskieren sie körperliche und seelische Schäden. Ohne ausreichende Bildung verlieren sie Zukunftsperspektiven, was den Teufelskreis aus Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft und Armut über Generationen hinweg verstärkt.

    • Zwangs- und Pflichtarbeit
    • Gewerkschaftsfreiheit
    • Arbeitspraxis/
      -qualität
    • Beschäftigungs-
      verhältnis

      Zu den zentralen sozialen Risiken zählen prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Besonders in den ersten Stufen der Lieferkette können informelle Arbeitsverhältnisse, Saisonarbeit, unregistrierte Arbeitsverhältnisse, lange Arbeitszeiten in Erntephasen, gesundheitliche Risiken bis hin zu Zwangsarbeit auftreten.

    • Arbeitssicherheit und Gesundheit

      Zu den zentralen sozialen Risiken zählen prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Besonders in den ersten Stufen der Lieferkette können informelle Arbeitsverhältnisse, Saisonarbeit, unregistrierte Arbeitsverhältnisse, lange Arbeitszeiten in Erntephasen, gesundheitliche Risiken bis hin zu Zwangsarbeit auftreten.

    • Diskriminierung/ Diversity
    • Governance
    • Korruption, Bestechung, Vorteilsannahme

      In den Lieferkettenstufen Sammlung, lokaler Handel, Export und Zollabwicklung drohen Risiken durch unklare Herkunftsnachweise, vermischte Warenströme, falsche Deklarationen und die Umgehung von Vorschriften. Besonders beim Thema Entwaldung fallen schwache oder manipulierte Kontrollen sowie Probleme bei Audits, Zertifizierungen und der Rückverfolgbarkeit ins Gewicht. Auch Korruption spielt eine Rolle: Bei der Vergabe von Landtiteln, Nutzungsrechten und Genehmigungen treten häufig Missstände auf. Zudem fördern Preisschwankungen zwischen Anbauländern den grenzüberschreitenden Schmuggel von Kaffeebohnen.

    • Wettbewerbswidriges Verhalten
    • Compliance
    • Steuerhinterziehung
    • Bad Governance
    • Produkt-
      verantwortung
    • Kundensicherheit
    • Kennzeichnung von Produkten
    • Marketing, Werbung
    • Schutz der Kundendaten

Kaffee – eine ethische Risikoanalyse

Kaffee zeigt seit Langem besonders deutlich, worum es bei fairem Handel, nachhaltiger Produktion und unternehmerischer Sorgfalt geht. 

Das öffentliche Bewusstsein für sozial-ethische und ökologische Risiken ist entsprechend groß. Ebenso dicht ist das Netz aus Zertifizierungen, Branchenstandards und freiwilligen Selbstverpflichtungen. Neue gesetzliche Anforderungen haben die Debatte zusätzlich verschärft, vor allem bei entwaldungsfreien Lieferketten. 

Trotz dieser Aufmerksamkeit bleiben die grundlegenden Strukturprobleme der Kaffeelieferkette bestehen. Die wirtschaftliche Wertschöpfung ist weiter ungleich verteilt. Ein erheblicher Teil der ökologischen und menschenrechtlichen Risiken liegt am Anfang der Lieferkette, im sogenannten „Kaffeegürtel“. Dazu gehören Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Cote d`Ivoire, Dominikanische Republik, El Salvador, Guatemala, Honduras, Guinea, Kenia, Mexiko, Nicaragua, Panama, Sierra Leone, Tansania, Togo, Uganda und Vietnam. 

Die Hauptrisiken liegen vor allem im Anbau. Dort kultivieren Kleinbauern, teils in Kooperativen, die Kaffeepflanzen. Sie ernten die Kaffeekirschen und übernehmen die erste Verarbeitung: Sie entpulpen, fermentieren, waschen oder trocknen die Kirschen. Am Ende steht meist exportfähiger Rohkaffee, der sogenannte Green Coffee. 

Lokale Händler, Kooperativen, Exporteure oder internationale Trader bündeln den Rohkaffee meist. Sie prüfen seine Qualität, klassifizieren ihn und verschiffen ihn. 

Im Importland übernehmen Händler oder Röstereien die Ware. Sie lagern und verarbeiten den Kaffee. Über Einzelhandel, Gastronomie oder Eigenmarken gelangt der verpackte Kaffee schließlich an den Endmarkt.

Folgende Risiken sind besonders schwerwiegend in der Kaffeebranche: